Freitag, 7. November 2014

Secrets Of Life [Ep. I] - Be strong

Hey, meine Lieben!

Total in Schreiblaune, präsentiere ich euch heute eine neue Serie an Posts, auf die ich in Zukunft hier öfter zurückgreifen werde. Ich habe sie "Secrets Of Life Episodes" genannt, kurz SOLE (ital. Sonne). "Ep." steht hierbei für die jeweilige Episode. Ich hoffe sehr, ihr habt Spaß mit dieser Idee und euch gefallen die kleinen Lebensweisheiten, die ich euch mithilfe dieses Projekts mit auf den Weg geben möchte. Nehmt sie euch zu Herzen und genießt jeden Tag eures Lebens, dann steht eurem Glück nichts mehr im Wege!


Beginnen wir heute mit der Aussage "Be strong" (engl. stark sein). Dabei bedeutet stark sein nicht, nie zu fallen, sondern stark sein bedeutet, immer wieder aufzustehen. Es gibt keinen Menschen, der fehlerlos ist und immer alles richtig macht. Aber darum geht es auch gar nicht. Ziel ist, aus seinen Fehlern zu lernen und bereit zu sein, nach einem Sturz wieder aufzustehen, anstatt aufzugeben, und zu sagen: "Ich bin bereit weiterzukämpfen, denn ich bin stark". Hier ist es wichtig, immer das Positive im Blick zu behalten und nach vorne zu schauen. Es wird Zeiten geben, in denen es wieder besser wird und diese Aussicht sollte man nutzen, um sich zu motivieren.

Das "seelische Immunsystem"

Es gibt Menschen, die diese seelische Stärke (fast schon "Elastizität") ganz instinktiv besitzen und einzusetzen wissen. Diese Menschen sind, so scheint es, immun gegen Angriffe von außen und nutzen Schicksalsschläge und deren Verarbeitung, um sich weiterzuentwickeln - um reifer, und stärker zu werden. Dieses seelische Immunsystem wird in der Psychologie als "Resilienz" bezeichnet. Leute, die diese Resilienz besitzen, sind stark und wissen mit Schicksalsschlägen wie Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, oder sonsige Verluste umzugehen. Anstatt in eine Depression zu fallen, entwickeln sie eine Strategie, zurück ins Leben zu finden und auf lange Sicht wieder glücklich zu werden.


Usrprünglich kommt der Begriff der Resilienz aus der Werkstoffphysik, in der Materialien als resilient gelten, die nach extremer Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren, so wie Gummi - die perfekte Metapher für diese extreme Widerstandsfähigkeit resilienter Menschen. "Resilienz lässt Menschen wie ein Gummiband in ihren normalen Zustand zurückschnellen oder sich wie ein Stehaufmännchen immer wieder aufrichten, egal was ihnen widerfährt.", so die Resilienzforscherin Monika Gruhl.


Der psychologische Ursprung hingegen liegt auf der Insel Kauai (in Hawai), auf der die amerikanische Psychologin Emmy Werner ab 1955 über 40 Jahre die hawaiianische Kinder - 700 an der Zahl - von Geburt an beobachtet und begleitet hat. Dreißig Prozent dieser Kinder wuchsen unter sehr schwierigen Bedingungen auf - dabei waren Gewalt in der Familie, Leben am Existenzminimum, mangelhafte Bildung und psychische Krankheiten nur Beispiele. Ein Drittel der Kinder entwickelten sich trotz der emotionalen Belastung gut - ihre Eigenschaften und Lebensstrategien ermöglichten es ihnen, nicht nur an den Herausforderungen nicht zu zerbrechen, sondern durch ihre Resilienz auch noch daran zu wachsen. Auffällig war, dass die Kinder, die eine Resilienz entwickelten, alle drei Gemeinsamkeiten hatten. Erstens hatten sie alle eine Bezugsperson außerhalb der Familie, der sie vertrauen konnten. Zweitens mussten sie schon früh Verantwortung übernehmen, wodurch sie gefordert wurden und zuletzt verfügten die resilienten Kinder alle über ein eher ruhiges, positives Temprament und verhielten sich anderen Menschen gegenüber offen.

An diesem Punkt stellt sich doch dann die Frage, wie Resilienz entsteht, und ob man diese Stärke gegen das Schicksal erlernen kann. Fangen wir doch einmal von vorne bei der Entstehung an. Wird einem Resilienz in die Wiege gelegt? Die Antwort ist jein. Es entsteht aus einer Wechselwirkung zwischen genetischer Veranlagung und Einflüssen in der Umgebung. Als aktiver Prozess zwischen Mensch und Umwelt ist es also durchaus möglich, diese Fähigkeit zu erlernen. Ziel ist es also, sich eine resiliente Geisteshaltung, Denk-, sowie Verhaltensgewohnheiten eigen zu machen. Nur wie?

Es lassen sich 7 Wege zur seelischen Stärke zusammenfassen (laut "road to resilience").

Soziale Kontakte: Kontakt mit anderen Menschen stärkt das Selbstwertgefühl und ist dadurch beim Überwinden von Krisen ein hilfreicher Unterstützer. Anstatt sich Zuhause zurückzuziehen, sollte man unter Menschen gehen und etwas unternehmen. Wichtig ist hierbei jedoch, eine stabile Beziehung zu einer Vertrauensperson außerhalb der Familie zu haben, die Halt geben kann und zugleich ein soziales Vorbild darstellt.

Vertrauen in Selbstwirksamkeit: Glaube versetzt Berge, heißt es so schön. Dieses Motto lässt sich auch bei dem Weg zur Resilienz anwenden. Der Glaube an Kontrolle über Stressereignisse beeinflusst auch das Denken positiv und hilft, Krisen schneller zu überwinden.

Realistische Ziele für die Zukunft: Trotz des Verlustes sollte man Wünsche haben und sich seine Ziele setzen, die man verfolgen kann - denn durch das Streben nach den gesetzten Zielen bleibt die Motivation und der Lebensmut erhalten.

Selbst die Initiative ergreifen und die Opferrolle verlassen: Anstatt zu resignieren und sich mit der Erkenntnis des Verlustes zurückzuziehen, sollte man sich weitere Handlungsmöglichkeiten bewusst machen und sie bewusst in die Tat umsezten.

An eigene Kompetenzen glauben: Wie oben bereits erwähnt, versetzt der Glaube Berge. Nur so kann man an Aufgaben und Erfahrungen wachsen und sich bestmöglich weiterentwickeln.

Langzeitperspektive entwickeln: Stellt man den Vorfall mit vergleichbaren Situationen gleich, so wird schnell deutlich, dass ein Überwinden der Krise durchaus möglich und keinesfalls unwahrscheinlich ist.

Zeit für sich selbst: Am allerwichtigsten ist jedoch, sich gelegentlich auch einmal zurückzuziehen und die Trauer zu erlauben. Trauern ist okay. Jeder Mensch braucht nach einem Schicksalsschlag eine gewisse Zeit, um über den Vorfall nachzudenken und zu resignieren, bevor er mit neuem Lebensmut in die Zukunft starten kann.

Es wird schnell deutlich, dass jeder unter bestimmten Vorraussetzungen den Weg zur Resilienz erlernen und sich die nötige Grundhaltung als Fundament für ein gutes seelisches Immunsystem zu eigen machen kann. So soll man laut Ursula Nuber ein Kind für das loben, was es leistet und nicht für seine Eigenschaften. "Die Zeichnung ist dir gelungen" sei also besser als "Du kannst so gut malen." Dadurch lernt es, Vertrauen in seine Kompetenzen zu entwickeln. Ein Kind sollte außerdem wissen, dass es immer verschiedene Sichtweisen auf eine Situation gibt. Hier ist das berühmte Beispiel des halb befüllten Glases angebracht: Ist es halb voll oder halb leer? Und zuletzt ist es wichtig, ein Kind dazu zu animieren, Freundschaften zu finden und zu halten. Bei Erwachsenen hingegen lässt sich raten: Nicht in selbstschädliches Grübeln verfallen. Optimistisch bleiben. Wer glaubt, dass er vom Pech verfolgt sei, macht sich selbst verzweifelt und schränkt sich selbst dadurch im Handeln ein. Und zu guter letzt ist es wichtig, Personen um sich zu haben, die einem vertrauen und dies auch spüren lassen. "Nichts kann den Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.", so Paul Claudel, ein französischer Dichter und Diplomat.


Ich persönlich vergleiche Resilienz gerne mit einem Baum. Der sichtbare Teil des Baumes (also der Baumstamm, die Baumkrone, die Blätter, …) sei hierbei der Mensch und der Teil, der unter der Erde ist (also die Wurzeln) die Resilienz , bzw. das Fundament (Lebenseinstellung, Glaube, Verantwortung, Sozialleben, …) des Menschen. Es gibt Bäume (= Menschen), die stark und stabil wirken, und jene, die eher schwach wirken, aber das sagt noch lange nichts darüber aus, wie stark (= reslient) sie tatsächlich sind. Betrachten wir das Verhalten der Wurzeln im Verhältnis zu den Bäumen, so lässt sich nicht sagen, ob der Baum (= Mensch) große Wurzeln hat (= resilient ist), oder eher zu kleinen Wurzeln tendiert. Erst, wenn ein Baumexperte (= Psychologe) die Eigenschaften des Baumes (= des Menschen) genauer betrachtet, so kann er feststellen, wie große Wurzeln der Baum hat (= wie resilient ein Mensch ist). Ist ein solcher Experte nicht im Gange, dann zeigt sich die Größe der Wurzeln (= die Ausprägung der Resilienz) aber auch anderweitig. Tritt ein großes Unwetter (= belastende Krise) auf, so entwurzelt es die Bäume (= Menschen), die kleine Wurzeln haben (= nicht resilient sind), während jene Bäume, die große Wurzeln haben und sich so ideal in der Erde festhalten können, durch das Unwetter lediglich verbogen (= emotional belastet) werden. Ist das Unwetter vorbei, so liegen all diejenigen Bäume ausgewurzelt auf dem Boden, die kleine Wurzeln haben und nicht die Kraft hatten, sich am Leben zu halten, während andere, die größere Wurzeln haben, nun wieder unverändert (= mit beiden Beinen) fest im Leben stehen.


Einheit Körper-Seele-Geist

Neben der Resilienz gibt es jedoch noch einen weiteren Aspekt, der zu beachten ist, wenn man stark sein möchte. Es ist allgemein bekannt, dass zwischen Körper und Psyche eine starke Bindung existiert und dass Herz und Seele eine Einheit bilden.

Folglich kann seelisches Leid der Gesundheit schaden.  Die Psyche hat eine große Macht auf den Körper und steuert so oftmals auch den Verlauf von Krankheiten, ohne dass uns das bewusst ist. So können psychische Erkrankungen, hoher Druck, Stress oder Konflikte zu körperlichen Beschwerden führen: Übermäßiger Stress führt zum Ungleichgewicht und damit zu Erkrankungen - Pilzausbruch auf der Kopfhaut, zum Beispiel. Bereits im Mutterleib formt das seelische Wohl der Schwangeren das Immunsystem ihres Babys. "Durchlebt sie [zum Beispiel] eine Trennung oder andere Stressituationen, schüttet der Körper Cortisol aus, das über die Plazenta auch in den Körper des Fötus gelangt und dort das Immunsystem verändert. Die betroffenden Kinder leiden dann als Erwachsene eher unter Allergien oder Asthma." (Quelle)

Aber auch anders herum lässt sich dieses Prinzip anwenden: So steuert der Körper umgekehrt auch unsere Gefühle - es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Bewegungen und Körperhaltungen unsere Gefühle beeinflussen können. So können biochemische Vorgänge in den Organen Menschen emotional derart aus dem Gleichgewicht bringen, dass sie psychisch krank werden. Andererseits können wir unsere Gefühle dadurch auch positiv beeinflussen. Springt man zum Beispiel hoch in die Luft, so hebt das nachweislich die Laune. Schon einmal ausprobiert? Na dann los!

Es lässt sich also sagen, dass nur ein seelisch und körperlich guter Zustand ermöglicht, all seine Möglichkeiten zu nutzen, um stark in die Zukunft zu starten.

 Stärken und Schwächen

Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit, Stärke zu definieren – die menschliche Stärke kann durch das Ausmaß der Fähigkeiten eines Menschen bestimmt werden. Eine Stärke wäre in diesem Fall eine Eigenschaft, die uns hilft, (näher) an ein Ziel zu gelangen. Als Beispiel ist hier Ehrgeiz oder Durchhaltevermögen anzubringen. Wer ehrgeizig ist, und sein Vorhaben konsequent verfolgt, der kommt auch schnell an sein Ziel. Aber auch nicht ganz so offensichtliche Eigenschaften, wie zum Beispiel Ordnung, können helfen, nach seiner Absicht zu streben. 

Im Gegensatz dazu ist eine Schwäche also ein Charakterzug, der uns daran hindert, an unser Ziel zu kommen. Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel ein Mensch, der aus übermäßigem Stolz jede Hilfe von anderen Menschen abweist, und so sein Ziel (in diesem Fall zum Beispiel aus der Depression herauszukommen) nicht erreichen wird, weil er auf die Hilfe von anderen (z.B. eines Arztes) angewiesen ist. Allgemein sind besonders Ängste eine Schwäche, die daran hindern, das zu erreichen, was man möchte. Sei es die Angst vor Menschen, vor dem Fliegen oder vor dem Wasser – sie alle hindern uns daran, Dinge zu tun, die wir unter normalen Umständen vielleicht genießen würden. „Angst entsteht dann, wenn wir eine Situation als Bedrohung einschätzen und die Konsequenzen fürchten. Und natürlich erleben wir Situationen primär dann als Bedrohung, wenn wir das Gefühl haben ihnen nicht gewachsen zu sein. Je stärker wir sind, umso weniger Angst müssen wir haben, da wir mit dem Gefühl durch die Welt gehen grundsätzlich vielem mit unseren Fähigkeiten begegnen zu können. Je schwächer wir sind bzw. meinen zu sein, umso angsteinflößender wird die Welt. Wer sich sicher fühlen möchte, der muss sich keine sicheren Orte suchen sondern die eigene Stärke weiterentwickeln, denn dann wird praktisch die ganze Welt zu einem sichereren Ort“ (Quelle).

Je mehr Stärken wir haben, desto besser ist es also. Das heißt jedoch nicht, dass wir keine Schwächen haben dürfen, denn das ist menschlich. Wichtig ist, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und diese stets im Auge zu behalten und zu nutzen, anstatt über seine Schwächen zu trauern. Und wenn ich eines garantieren kann, dann ist es, dass jeder noch so selbstzweifelnde Mensch eine große Menge an Stärken in sich trägt, die es nun zu entdecken und vor allem zu nutzen gilt. Was sind deine Stärken und was machst du persönlich daraus?

Fazit: Wer plant, in Zukunft stärker zu sein, mit Schicksalsschlägen besser umgehen möchte, sich in seinem Körper wirklich wohl fühlen und seine Ziele verfolgen möchte, der hat hier eine grobe Anleitung zu dem Weg zu seinem Glück gefunden. Beachtet ihr die wichtigsten Punkte wie Optimismus, dann steht einer erfolgreichen Zukunft mit gestärktem Ich nichts mehr im Wege. 

http://www.ingvalson-rolfing.at/Resources/Korperhaltung_Peanuts.jpg

Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen und würde mich wahnsinnig über Feedback freuen. War es euch zu psychologisch-wissenschaftlich, fandet ihrs genau so interessant oder würdet ihr euch etwas anderes wünschen? Lasst mich wissen, ob ihr zukünftig an dieser Serie interessiert seid (mit sicherlich etwas weniger wissenschaftlichen Informationen, nachdem das zum heutigen Thema die Ausnahme war). Nächstes Mal gehts dann weiter mit Episode II. Am unteren Ende der Seite steht euch wie immer die Möglichkeit offen, an einer Umfrage teilzunehmen und hier könnt ihr diesen Blog bewerten.

Alles Liebe,

Euer Laurettchen



Weiterführende Information: Resilienz Skript (tolle Arbeit)

Quellen und Copyright: Informationen, siehe hier, hier, hier, hier und hier | Wurzeln, siehe hier | Blumengrafiken/-fotos, siehe hier und hier | Grafik Körper-Seele-Geist, siehe hier | Comic, siehe hier | restliche Grafiken stammen aus meiner Feder (viele Bilder sind von mir bearbeitet, manche komplett gemalt worden)

Kommentare:

  1. WOW! Da spricht die Psychologin ;) Wenn du vorhast, ein Referat in Psychologie zu halten, nimm einfach das, das gibt locker 15 Punkte!!
    Im Ernst: Das war echt interessant und gut recherchiert. Kann dir aber leider nicht mehr als 3 Blümchen geben, gibt nur 3 ;))

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    1. Freut mich sehr, dass es dich doch interessiert hat. Ich konnte es einfach nicht lassen, bei diesem geeignetem Thema auch ein wenig Psychologie mit einfließen zu lassen. Leider darf ich mir das Thema in Psychologie nicht völlig aussuchen, sondern nur eines einer vorgegebenen Liste wählen und so habe ich mich für Kriminologie entschieden ;) Danke für den lieben Kommentar und die positive Bewertung!

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